Die historische Falkenmühle
Die historische Falkenmühle
Die Sägemühle
Bei der Sägemühle schließlich, der zweiten Mühlenform der hier beschriebenen Mühlenanlage, bezieht sich die Bezeichnung gar nicht mehr auf die Mahleinrichtung, sondern meint ausschließlich die Arbeitstätigkeit. Bereits der Großvater von Benno Helbling, Johannes Helbling führte das Sägewerk. Wann genau die ehemalige Waldenburgische Mahlmühle in ein Sägewerk umgebaut wurde, ist leider nicht bekannt. 1969 übernahm Benno Helbling von seinem Vater das Sägewerk, dessen Gebäude in der derzeitigen Form vermutlich nach dem Brand 1924 erbaut worden ist. Sägemühlen sind lange nicht so alt sie Wassermühlen oder das Wasserrad. Die Idee zum Bau einer Säge ist erstmals im 13. Jahrhundert dokumentiert. Die Nationalbibliothek in Paris verwahrt unter anderem die wenigen erhaltenen Zeichnungen des französischen Architekten Villard de Honnecourt (auch: Wilars), der im 13. Jahrhundert auch als „Ingenieur der Zisterzienser" wirkte. Zwischen 1220 und 1240 muss Villard seine Idee zu einer Sägemühle zu Papier (richtiger: Pergament) gebracht haben. Er beschreibt sie mit dem Satz: „Auf diese Weise macht man eine Säge von selber sägen" und betritt damit sehr wahrscheinlich technisches Neuland. Grundprinzip seines Entwurfs ist die in der Mühlentechnik vielfältig zum Antrieb genutzte Nockenwelle zur Erzeugung einer senkrechten Bewegung. Während jedoch hier in der Regel die Schwerkraft als ergänzende Rückholkraft genutzt wird, zum Beispiel für ein Stampfen oder für den Sägerahmen der späteren Klopfsäge, setzt Villard - möglicherweise erstmalig - den Federbaum als Rückholmechanismus ein. Eine später wenig genutzte Technik, die insbesondere für eine Sägemühle wenig überzeugt und es fraglich erscheinen lässt, ob die Villardsche Säge je gebaut worden ist. Die hier wiedergegebene überlieferte Zeichnung, die als ältestes Dokument der Sägetechnik angesehen werden kann und eine dementsprechende Beachtung in der Literatur findet, ist nicht befriedigend zu deuten. Oder mit anderen Worten: So kann sie nicht funktioniert haben. Die zweitälteste Zeichnung einer Sägemühle - jetzt einer Sägemaschine - wie sie damals in Italien üblich war, datiert dann erst 250 Jahre später um 1465. Von Francesco die Giorgio Martini aus dem italienischen Urbino stammt die Zeichnung einer Venezianersäge mit Kurbelantrieb, wie sie bis in das 20. Jahrhundert hinein gebräuchlich war. Zeitgleich entwarf auch  Leonardo da Vinci ebenfalls eine Kurbelsäge mit automatischem Klinkenvorschub. Die Kurbeltechnik im Mühlenbau war zumindest im 15. Jahrhundert bereits gängige Technik. Dass die nah verwandte deutsche oder Augsburger Sägemühle, für die es noch keinen einheitlichen Begriff gibt, in einigen Details von der Venezianersäge abweicht, sei hier nur am Rande erwähnt. Eine Definition und eine genaue Beschreibung der Venezianer-Säge liefert uns der Oberforstmeister Josef Wessely in seinem Buch „Die venezianische Brettmühle der Piavethäler", das im Jahre 1858 entstand. Dabei sei angemerkt, dass zu jener Zeit Venetien zu Österreich gehörte. Venedig war über mehrere Jahrzehnte die bedeutendste Handelsmacht im Mittelmeerraum. Mit etwa 200 000 Einwohnern war es um das Jahr 1400 die vermutlich größte Stadt Mitteleuropas. Die Handelsflotte zählte zu jener Zeit etwa 3300 Schiffe. In den Jahren 1389 – 1454 kam das „Terra Ferma“ auf dem Festland zu Venedig. Es lag im Süden der Alpen und erstreckte sich von Bergamo im Westen bis zur Adria im Osten. Das Holz der hier bestehenden Waldungen brachte man durch Flößen über die Flüsse Etsch, Brenta, Piave und Tagliamento nach Venedig. Venedig galt als Zentrum des Holzhandels. Große Holzmengen benötigten der Schiffsbau und der Hausbau mit seiner Pfahlgründung. Außerdem verlangte die fast frostfreie lombardisch-venezianische Ebene viel Holz. Die größten Holzmassen verschlang jedoch der Export oder Holzhandel über das Mittelmeer. Mit diesem außerordentlich großen Holzbedarf wuchs auch die Forderung nach einer wirkungsvollen Sägeeinrichtung zum Bearbeiten der großen Stammholzmengen. Man konstruierte aus diesem Grunde die Venezianer-Säge. Dieser Sägetyp verbreitete sich über das ganze Alpengebiet. Selbst im deutschen Voralpenland soll es 18 Venezianer- Sägen gegeben haben. Diese Abbildung zeigt das heute noch in der Sägemühle vorhandene Gatter, mit dem Müller Benno Helbling. Das Gatter wurde zuletzt durch einen Elektromotor angetrieben. Den Strom dazu erzeugte man im Wasserkraftwerk. Sobald das Gatter anlief, flackerte überall auf dem Gelände der Mühle im Rhythmus der sich auf und nieder bewegenden Säge das Licht. In dem alten Sägewerke gab es auch einen eigenen Raum für die Instandhaltung der Sägeblätter, denn die Sägeblätter mussten ständig gepflegt und gewartet werden. Wichtig war auch, dass das Sägeblatt aus Walzstahl ausreichend widerstandsfähig gegen Verbiegen war, was durch die Einstellung der Spannung im Sägegatter erreicht wurde. Zwei Arbeitsgänge müssen zur Instandhaltung durchgeführt werden: Schränken: Dafür werden die Sägezähne wechselseitig auseinandergebogen.  Dadurch reibt sich das Sägeblatt während des Sägens nicht an dem Holz und erhitzt sich somit weniger und das Sägemehl fällt besser aus dem Schnitt. Feilen: Was bedeutet die Zähne zu schärfen, oder Zähne zuspitzen. Gewöhnlich war ein neues Sägeblatt um die 25 cm breit, wodurch jeder Sägezahn das ganze Jahr über immer wieder zugespitzt werden konnte, bis das Sägeblatt am Ende nur noch ca. 10 cm breit war. Das war die Mindestbreite, um eine ausreichende Widerstandsfähigkeit des Sägeblatts zu gewährleisten.  Im Allgemeinen müssen Sägen für frisches Holz eine spitze, weitstehende Zahnung haben, während für Hartholz eine feine, enge Zahnung verwendet wird. Sägeblatt für Nadelhölzer Jeder Zahn hebt vom Stamm pro Sägedurchgang einen Span ab. Schränken durch Biegen Das Schränken der Zähne durch Biegen vermeidet, dass das Sägeblatt sich festklemmt. Um den Sägeschnitt zu verbreitern, werden mit einer Schränk-Zange die Zähne in einem bestimmten Winkel wechselseitig auseinandergenommen. Damit ein Sägeblatt ausreichend scharf wird, muss jeder Sägezahn genau gefeilt werden, dieses wurde durch den Einsatz einer Schärfmaschine erreicht. 2001 wurde das Gatter so stark beschädigt, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnte. Die Schärfmaschinen und das Gatter sind jedoch heute noch vorhanden.
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