Die historische Falkenmühle
Die historische Falkenmühle
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Die Mühle, über die hier berichtet wird, hieß früher Wegelnburgmühle, weil sie zur Burg oder zum Amt Wegelnburg gehörte. Sie liegt in der Südwestpfalz, im Dahner Felsenland, direkt an der Wieslauter bei Bundenthal, bzw. gleich hinter Finsternheim, einem Ortsteil von Bundenthal und gehört politisch zur Gemeinde Rumbach. Diese Gemeinde, die Wegelnburg und später das Amt Wegelnburg in Schönau, sind untrennbar in der Geschichte mit der Mühle verbunden. Einen genauen Hinweis auf die Erbauungszeit der Mühle gibt es leider nicht, es ist jedoch nachvollziehbar, dass die Herren der Ländereien der Ansiedlungen zur Verarbeitung ihrer Feldfrüchte eine Mühle brauchten. Hier bot sich im Hinblick auf die stark fließende Wieslauter, dieser Standort für die Anlegung eines solchen Betriebes an. Das könnte sogar vor dem Bau der Wegelnburg geschehen sein. Wahrscheinlich ist jedoch, dass sie zusammen mit der Wegelnburg welche unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152 – 1190) oder unter Friedrich II. (1194 – 1250) erbaut wurde. Eine Datierung ist somit in die letzte Hälfte des 12. Jahrhunderts oder in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts möglich. Leider liegt die Zeit im Dunkeln, keine schriftliche Überlieferung, wann genau die Wegelnburg oder die Mühle entstand, konnte bis heute gefunden werden. Auf der gegenüberliegenden Seite der Wieslauter, wo das Amt Wegelnburg endete, die Wieslauter bildete ehemals die Grenze zwischen dem herzoglichen zweibrückischen Gebiet und der Kurpfalz, bzw. bischöflich speyerischem Gebiet (Lehnsherren, waren die Herren von Waldenburg) wurde zu einem späteren Zeitpunkt die Waldenburgmühle gebaut. Dieses führte in den folgenden Jahrhunderten des Öfteren zu heftigen Streitigkeiten. Mühlen galten als besonders wertvoller Besitz und ebenso offensichtlich waren sie nicht nur von materiellem Wert. Dass Mühlen z. B. noch bis ins 16. Jahrhundert als Freistätten und Asylplätze für gesuchte Verbrecher den Kirchen gleich gestellt waren, lässt sich am ehesten dadurch erklären, dass in diesem Mühlenrecht eine sehr alte, auf jeden Fall vorchristliche Tradition fortbestand, nach der Mühle und heiliger Ort oder Altar durchaus als vergleichbar galten. Mühlen gehören zu den ältesten technischen Geräten der Menschheit und haben schon immer - mehr als andere Geräte - die Fantasie der Menschen beschäftigt. Der Mensch nutzt Getreideprodukte als Nahrungsmittel seit etwa 10.000 Jahren. Körner wild wachsender Getreidearten wurden damals mit Mörsern zerkleinert. Die ältesten Reibsteinmühlen sind aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. aus Ägypten bekannt. Diese Handmühlen waren Grundlage und Vorläufer der bekanntesten Mühlenart bis ins 20. Jahrhundert hinein, der Steinmühle. In ihr wurde das uralte Prinzip der Drehmühle verwirklicht: Zwischen zwei Mühlsteinen wird zerrieben. Der untere Stein oder Bodenstein liegt fest; der obere Stein bewegt sich und heißt Läuferstein. In der Antike wurden auf diese Weise große Mühlen betrieben, deren Antrieb Sklaverei oder Tiere über Göpel, Treträder oder durch direkte Drehung des Läufersteins besorgten. Von der Spätantike an ersetzten zunehmend Wasserkraftmaschinen die menschliche Arbeitskraft bei immer mehr Verrichtungen und speziell in der Mühlentechnik. Dabei waren es zunächst die unterschlächtigen Wasserräder, die an den Fluss- und Bachläufen des römischen Reiches und des mittelalterlichen Europas die Mühlen in Gang hielten, denn die früheste sichere Erwähnung einer Wassermühle stammt aus dem 1.Jahrhundert v.Chr. Es bleibt festzustellen, dass sich an der altenTechnik während des ganzen Mittelalters bis in die Neuzeit und bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein nur wenig geändert hat: Der von einem vertikal gestellten Mühlrad über ein Zahnradwinkelgetriebe angetriebene Mahlgang war die allgemein übliche Form der Getreidemühle. Das Wasserrad wurde unterschlächtig getrieben, das heißt, der Wasserlauf floss unter dem Rad hindurch. Zwei Mühlen, gegenüberliegend an der Wieslauter, insgesamt fünf Wasserräder, dürften im weitesten Umkreis nicht zu finden gewesen sein. Und auch ihre Höhe bis zu 5,00 m war sicherlich beeindruckend. Vier Wasserräder haben ursprünglich die Kornmühlen angetrieben, zwei die Ölmühlen, davon war zumindestens eines auf der Seite der Falkenmühle, ein doppeltes Wasserrad.
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