Die historische Falkenmühle
Die historische Falkenmühle
Die Chronologie der Besitzverhältnisse und Müller
Neue Linie und Blütezeit Johannes Helbling aus Altenstadt bei Mühlhausen und Barbara Rauch aus Lauterbach bei Mühlhausen im Elsass scheinen eine neue Linie zu begründen. Sie zogen aus Altenstadt mit ihrem dort 1841 geborenen Sohn Johannes und der Tochter Barbara nach Schönau. Magdalena, Franziska, Anna und Katharina wurden dort geboren, der 7. Sohn Ludwig, wurde auf der Falkenmühle geboren. Der Vater Johannes arbeitete 6 Jahre im Eisenwerk Schönau. 1847 am 23. Januar kauft Johannes Helbling die Falkenmühle von Johann Heinrich Weber und zog mit seiner Familie auf die Mühle. Er musste wohl das Müllerhandwerk von Grund auf erlernt und damit eng verbunden gewesen sein, der wirtschaftliche Erfolg lässt keine andere Auslegung zu.  1865  kauft Johannes Helbling die Waldenburgische Mühle von dem Besitzer Dorkenwald.  Mit einem Gemeindebeschluss, welcher die Aufnahme als Bürger in Bundenthal betraf, wurde die Familie dann offiziell in Bundenthal anerkannt. Gemeindebeschluss vom 05. September 1859, Bürgeraufnahme betreffend: Der Gemeinderath hat auf das mündlich vorgebrachte Gesuch des Johannes Helbling, Müller von Schönau und des Hufschmiedes Friedr. Hähnel von Hinterweidenthal zur Bürgeraufnahme in der Gemeinde Bundenthal folgenden Beschluss gefaßt: In Erwägung daß Bittsteller Helbling mit dem Jahre 1847 die nahe gelegene Falkenmühle bewohnt, seine Kinder die hiesige Schule besuchen und sich diese Familie schon Güter im hiesigen Bann erworben hat, daß die Familie Helbling sich bisher stets ruhig und still benommen und verdient als Bürger der Gemeinde Bundenthal angenommen zu werden. Die Gemeinderäthe Für die Einbürgerung wurden dann einhundert Gulden Bürgereinzugsgeld in zwei Terminen auf Ostern 1860 und 1861 fällig. 1870  kauft Johannes II., der Sohn, welcher als ältester von den 6 Geschwistern im elterlichen Betrieb auf der Falkenmühle das Müllerhandwerk gelernt hatte und wohl auch Bäcker war, mit finanzieller Unterstützung seines Vaters, mit 39 Jahren die Bobenthaler Mühle. Die Helbling waren somit im Besitz von 3 Mühlen im Wieslautertal, für die Bobenthaler Mühle begann eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, der auch darin begründet lag, dass Johannes II. eine Bäckerei eröffnete und seine Produkte mit dem Mehl seiner eigenen Mahlrezepte verkaufte. Zurück zur Falkenmühle: 1877 oder 1885 übernimmt der jüngste auf der Falkenmühle geborene Sohn Ludwig I., Bruder des Johannes II., die Falkenmühle. Er heiratet am 31.08.1877 Apollonia Neubauer, aus Fischbach. 1878 am 01.08 wurde Ludwig Helbling II., Sohn von Ludwig Helbling I., geboren. Er heiratet 1903 Anna Maria Graf aus Bundenthal. In einem Ehevertrag (Errungenschaftsgemeinschaft) zwischen beiden, vom 22.06.1908 wird ausdrücklich bemerkt, dass der Mann erbberechtigt ist am Nachlass seines zu Bundenthal verstorbenen Vaters Ludwig Helbling I., weiland Müller der Falkenmühle, welcher Nachlass sich zurzeit noch ungeteilt in den Händen seiner Mutter Apollonia Helbling befindet. Es bleibt spekulativ, warum nach 5 Jahren Ehe solch ein Vertrag geschlossen wurde, eventuell gab es Zerwürfnisse zwischen Apollonia und Anna Maria. Nachdem der Vater bereits am 17.06.1907 verstorben war, wurde erst am 04.04.1911 durch das Notariat Dahn eine Teilungsurkunde erstellt. Danach erhielt Ludwig Helbling II.: Die Sägemühle links der Lauter, sich beschreibend Pl.Nr. 1, Wohnhaus Nr. 38 im Dorf, mit Keller und Stall, Scheuer mit Stall, Sägemühle und Hofraum 16,70 ar. Plan Nr. 228, Garten ebenda 11,60 ar. Die Mahlmühle rechts der Lauter (Gemarkung Rumbach) Plan Nr. 2532, Wohnhaus Nr. 98 mit Scheuer, Stall, Schuppen, Keller, Schweineställen und Hofraum – die Falkenmühle – zu 8,10 ar, gelegen in den Heuwiesen. Plan Nr. 2533 Garten dabei 7,50 ar. Dazu Wald, Äcker und Wiesen, alles zu einem festen Anschlagpreis, zahlbar in 6 gleichen Jahresraten mit jährlich 5 % Zinsen. Für die Mutter Apollonia wurde ein Wohnungsrecht im Mühlengebäude festgeschrieben, sie überlebte Ihren Sohn Ludwig und ihre Schwiegertochter Anna Maria, fast um 1 Jahr und starb am 11.01.1922. Ludwig Helbling II. war auch Gerichtsschöffe in Zweibrücken. Es wird erzählt, dass er deshalb mit dem Fahrrad nach Zweibrücken zu den Gerichtssitzungen fahren musste und dann morgens früh, einen Stamm in die Säge legte, dann losfuhr, den Sitzungen beiwohnte und wenn die Sitzungen zu lange dauerten, diese mit der Begründung verließ, dass er einen Stamm im Gatter liegen habe, dieser müsse abgenommen werden. Nun kam eine schwere Zeit und viel Unglück über die Mühle.   1921 am 26.02. verstarb Ludwig Helbling II., seine Frau Anna Maria Graf am 31.03. des gleichen Jahres. Sie hinterließen 9 Kinder, alle noch minderjährig, zum Vormund wurde der Onkel Johannes Müller ernannt. 1924 brannte die Mühle aus, bis dahin wurde noch mit Mühlsteinen gemahlen. Edmund war zu diesem Zeitpunkt etwa 19 Jahre alt. Der Originalzustand aus dem Mittelalter war damit unwiederbringlich verloren. Zum Wiederaufbau der Mühle mussten Darlehen in Höhe von 7115 Goldmark aufgenommen werden. Von diesem Geld erhielt der Mühlenbauer Jakob Schulz aus Annweiler, für seine 3 Jahre dauernde Arbeit 2115 Goldmark, zuzüglich freier Kost und Logie. Für ihn wurde am 31.03.1931 eine Hypothek bestellt, dabei wurde die Schuld in ein Darlehen umgewandelt. Der Bayer. Staat gab ein Darlehen von 5.000.-- Mark gegen Hypothek auf die Mühle mit Garten und die Wiese, Plan Nr. 2531 in den Hauswiesen zu 27 ar.  Als Schuldner treten nur 8 minderjährige Kinder auf. Ein Kind muss also in der Zwischenzeit verstorben sein, es ist Maria, geboren 25.3.1921, verstorben 12.2.1922. Die Kinder stehen vor einer fast nicht zu lösenden Aufgabe, das Erbe ist schwer. Edmund der älteste Sohn, erst 16 Jahre alt, wird Müller und übernimmt mit Volljährigkeit die Mühle. Er heiratet am 07.05 1934 Olga Schneider aus Rumbach. Aus der Ehe stammen drei Kinder. Er war ein vorbildlicher Müller und passt die Mühle immer weiter der technischen Entwicklung an. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs,  lässt er 1947 die möglicherweise zunehmend maroder werdenden Wasserräder abbauen und für den Mühlenbetrieb zwei Turbinen einbauen, eine für die Getreidemühle, eine für die Sägemühle. 1960  kam Benno Helbling, welcher seine Müllerlehre 1954 erfolgreich beendete und inzwischen Müllermeister geworden war, wieder zurück auf die Falkenmühle. Gemeinsam mit seinem Vater betreuen sie die Mahlmühle und das Sägewerk. Im gleichen Jahr am 15.10. 1960 heiratet Benno Helbling Rosa (Rösel) geb. 24.07.1938, geborene Leidner, ihre Kinder sind Ute und Doris. Rösel ist nicht nur eine gute Köchin und Ehefrau, sondern auch eine große Hilfe auf der Mühle. 1966 am 03.12. übernimmt Benno Helbling die Mühle und das Sägewerk vollständig. Zuletzt wurden die Mühle und das Sägewerk von Vater und Sohn als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts geführt. Er übernimmt dabei alle aktiven und passiven Vermögenswerte, leistet monatlich bedeutende Rentenzahlungen und gewährt seinen Eltern ein lebenslanges Wohnrecht. 1969  am 26.12. stirbt Edmund Helbling. 1976  am 10.12. stirbt Olga Helbling, in den letzten Jahren vor ihrem Tod war sie eine besonders liebevolle Oma, wovon heute noch ihre Enkel erzählen.  1991  die Mühle und weitere Liegenschaften übernimmt Ute Helbling. Für die Tochter des letzten Müllers war damit als Erbin der Mühle die Zeit gekommen, das väterliche Erbe zu erhalten. Die Mühle und das Sägewerk waren stillgelegt, Einkünfte standen keine mehr zur Verfügung, Umdenken war gefordert. Über Jahrhundert hinweg hatte die Mühle Menschen gedient, Armen und Reichen, Guten und Schlechten, immer hat sie all diesen Menschen zum Überleben gedient und Geschichte geschrieben. Heute kann Sie keine materiellen Waren mehr bieten, eines ist jedoch erhalten geblieben, die besondere Atmosphäre, der Hauch von Geschichte und das Wissen über eine große Vergangenheit.  Hieraus wurde die Idee geboten, aus den bestehenden Anfängen einer Ferienwohnungs- vermietung von Benno und Rösel Helbling, die Mühle zu einer Ferienwohnungsanlage umzufunktionieren und in diesem besonderen Ambiente, Gäste aus dem Alltag entfliehen zu lassen, ihnen etwas zu geben, was sie ganz besonders in der heutigen Welt brauchen, Zeit, Ruhe, Besinnung. Dies ist wohl ein weiterer würdiger Verwendungszweck und gelungener Zeitsprung der Mühle. Belohnt wurde im Jahre 2008 der erhebliche finanzielle, planerische und persönliche Aufwand des Umbaus zu Ferienwohnungen und Gästehäuser, durch eine 5 Sterne Auszeichnung, die höchstmögliche Klassifizierung überhaupt.
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