Die historische Falkenmühle
Die historische Falkenmühle
Die Chronologie der Besitzverhältnisse und Müller
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1681 mit dem Tod des Pfalzgrafen Friedrich Ludwig von Zweibrücken ging die Zweibrücker Linie zu Ende und das Fürstentum Zweibrücken, damit auch das Amt Wegelnburg fiel an die Linie des Herzogs Johannes I., der sogenannten Cleeburger oder schwedischen Linie, des Königs Karl XI. von Schweden, eines Sohnes Karl X., welcher 1600 verstorben war. Zwar versuchte Pfalzgraf Adolf Johann, das Zweibrücker Herzogtum an sich zu ziehen, jedoch seine Bemühungen blieben bei König Karl XI. von Schweden erfolglos, ja sogar der verzweifelte Versuch, bei Ludwig XIV. von Frankreich durch den Eid der Treue das Zweibrücker Herzogtum und somit auch das Wegelnburger Land wenigstens als Lehen zu erhalten, schlug fehl. Da bereits seit 1680 die französische Réunion  über das oberrheinische Land stattgefunden hatte und seitdem unter der Souveränität des anmaßenden herrischen Königs und Mordbrenner Ludwig XIV. von Frankreich war, konnte Königs Karl XI. von Schweden sein Erbe nicht antreten. Der Verwaltung oder auch Bürokratie bestand jedoch weiter und funktionierte anscheinend wie eh und je. 1697  am 17.Jun. wird an Anna Magdalena Falkin von Falkenstein zu Bondnthaler Mühle eine Anfrage gerichtet. Der Vogt zu Wegelnburg Balthasar Gerhard hat wohl einen Bericht erstellt und aufgrund dessen diese Anfrage an die Falkische Witwe (Erbin gestellt) verfasst, die ungefähr lautet: Das Buch der Wegelnburg (Vogtei Rechnung) wurde durch ihn den Vogt Balthasar Gerhard eingesehen und er möchte erfahren, wann der Hof und Mühlplatz zu Bundenthal wieder bebaut wird und wann die Mühlpacht und die anderen Verpflichtungen wieder entrichtet werden. Er, der Vogt, wird veranlassen einem Müller das Gut zu verkaufen und damit die Schuld zu bezahlen. Die anderen Güter sind frei, bis auf die Schuld. In einem weiteren Schriftstück heißt es, in der alten Vogtei Rechnung von 1617 bis hierher, stehe der Herrschaft Erben, von der Mühl zu Bondenthl, von dem Garten, von 2 Wiße und Stücker im Rumbacher Bann, usw. Pacht zu. Diese Verpflichtung ist bis 1630 erfüllt, dann aber mit dem Ruin der Mühle sind die Zahlungen und auch die Lieferung von Korn ins Stocken geraten. Nachdem die Untertanen durch den Krieg vertrieben, oder im Elend gestorben sind stand die Falksche Mühle im Ruin. Die Falkschen Erben seien hier zur Haftung anzuhalten, und die Rückstände der Falkischen Güter, extra dem Zins, zu unterwerfen. Nach der Vertreibung der Falkischen blieben diese gesund und auch von 1659 bis heute sind die Falkischen gut über die Hungerjahre gekommen. Trotzdem leiste die Falkische Wittib von Falkenstein nicht wie angedacht Mühlenpacht und Zahlungen für den übrigen Besitz, welche dem Vogt der Wegelnburg zu leisten und nach Zweibrücken abzuführen sind.  Sinngemäß scheint es dann so zu sein, dass der Vogt die Aufforderung von der Zweibrücker Obrigkeit bekam, die Falkschen Erben unter Druck zu setzten, entweder die Mühle instand zu setzen und einen Müller zu beauftragen oder zu verkaufen. Anscheinend bestand mit der beginnenden Wiederbesiedelung des Landes ein Bedürfnis, die Mühle wieder aufzubauen. Besonders scheint aber nach dem verlorenen Krieg die Herrschaft dringend auf Geld angewiesen gewesen zu sein und ließ kein Mittel aus, dieses zu erpressen. Leider liegen keine weiteren Unterlagen, insbesondere eine Stellungsnahme der Falkschen Erben vor. Es scheint jedoch, dass die Witwe sich dem Druck beugte und den Besitz an die Rumbacher Gemeinde verkaufte. Etwas später richtete der Gemeinderat Rumbach an das Oberamt Bad Bergzabern (königliche Regierung) ein Gesuch, den jährlichen Pachtzins zu ermäßigen.  1700 ist in der Wegelnburger Vogtei Rechnung (Fol. 2/5v/45 vermerkt: Im Jahre 1699 kauft die Gemeinde Rumbach die Falckischen Güter zu Bundenthal samt dem Mühlenplatz (wo einst die Mühle stand). Der Rumbacher Gemeinderat stellte an das Amt Bad Bergzabern etwas später den Antrag die Pacht für den Mahlplatz auf 4 Malter Korn jährlich, für 10 Jahre Gültigkeit zu senken. Als Begründung gegenüber der hohen Könige Regierung wurde genannt, dass die Pacht gegenüber Herrn Falk von Falkenstein, der den Mahlplatz an den Freiherrn von Waldenburg verkauft hatte, nur 4 Malter Korn für 20 Jahre zu zahlen hätte. Nach diesen 10 Jahren, wenn die finanzielle Situation der Gemeinde sich wieder gebessert hätte, könne eine neue Festlegung erfolgen. Weiter bittet die Gemeinde untertänigst in dem Kaufrecht, Lösung gegenüber den Herrn von Waldenburg und Übertragung. Das Letztere ist nicht ganz nachvollziehbar, da ausweislich der Vogtei Rechnungen, kein Verkauf des Mühlplatzes an die Waldenburger erfolgte, sondern an die Gemeinde Rumbach. 1700 am 08.10. wird auf ein Gutachten vom 1.10.1699 Bezug genommen, und damit die Mühle in Gang gebracht werden kann, wird die Pacht auf 4 Malter Korn jährlich reduziert. 1704  bittet der Gemeinderat zu Rumbach im Wegelnburger Amt, seine hochgräfliche Exzellenz wegen der bösen Zeit und da die Mühle noch nicht erbaut ist, die Pacht auf jährlich 4 Malter Korn zu senken. Auch gäbe es nur wenige und arme Mahlgäste und die zur Rede stehenden 9 Malter Korn waren in der Zeit zu zahlen, als die Mühle in gutem Zustand war. Mit einem Schreiben vom Juni 1707 wird dann festgelegt, dass die Gemeinde Rumbach 1704/1705/1706/1707/ nur 5 Malter Korn und ab 1708 jedes Jahr 9 Malter Korn Mühlenpacht zu zahlen hätte. 1707  erging von der Obrigkeit, an die Gemeinde Rumbach der Befehl, dem Müller Philipp Schäfer aus dem Amt Lichtenberg zur Erbauung der Mühle vier Freijahre zu geben, oder die Mühle ohne weiteren Anstand auf ihre eigenen Kosten zu erbauen. Die Gemeinde könnte vom Pachtzins befreit und vom Müller eingezogen werden. Am 30. Dezember 1707 wurde zwischen dem Vogt Balthasar Gerhardt und den Untertanen zu Rumbach folgender Vertrag geschlossen: Der ausführliche Vertrag ist zu lesen in dem Buch “die Falkenmühle)  1709  im Herbst des Jahres 1709 hat dann der Müller Schäfer mit dem Aufbau der Mühle begonnen, jedoch vergessen, die Fröhner und die Zimmerleute zu bezahlen. Zur schnelleren Fertigstellung des Baues blieb den Rumbachern nichts anderes übrig, als die Fröhner und Zimmerleut mit Lohn, Speis und Trank selbst zu versorgen. Trotz aller Vorhaltungen blieb der Müller Schäfer säumig. Der Amtsvogt des Amtes Wegelnburg beklagt sich darüber bitter und befürchtet, dass der Bau nicht fertig wird. Es wurde Winter und es war noch kein Wasserbau, kein Mühlstein, kein Eisenwerk und kein Dach vorhanden, am Häuslein war noch nichts gemauert. Der Vogt schlägt seiner Herrschaft in Zweibrücken vor, das Werk selber vollenden zu lassen. Zu allen Widerwärtigkeiten kamen noch die Schikanen des neben-anliegenden Waldenburger Müllers Wendel Preuner (Breiner), der das Recht auf Benützung der halben Bach bestreitet und dem Schäfer nur ein Drittel Berechtigung zulassen wollte, weil beide Wasserbau in einem Boderich stehen und wie der Preuner vor etlicher Zeit einen neuen Wasserbau verfertigt hätte, dessen Roost etwa 2/3 der Bach brächte. Der weitere ausführliche Text ist zu lesen in dem Buch “die Falkenmühle”, soviel sei noch gesagt, der Vogt hat wegen der Probleme der Gemeinde Rumbach anbefohlen, den Schäfer solange in verwahrlichten Arrest zu tun, bis die Regierungs-Renthkammer Verhaltungsbefehl erteilt.  1712 übernahm Hans Adam Wolf die Mühle, ein Erbbestandsbrief liegt leider nicht vor. 1719 wird eine kleine Ölmühle an die Falkenmühle angebaut. 1720 Christoph Weihmüller wird Müller, zuvor war sein Stiefvater Andreas Weinmüller erwähnt. 1723 übernimmt Conrad Weinmüller, der aber schon 1724 das Zeitliche segnet die Mühle. Seine Witwe heiratet den Andreas Mahler, der nun als Erbbeständer eingesetzt wird. 1724 übernimmt er die Mühle, siedelt aber 1737 auf die Tschiftlickermühle bei Zweibrücken über und überlässt die Falkenmühle seinem Stiefsohn Christoph Weinmüller mit Erbbestandsbrief vom 24. Januar 1736. Dessen Ehefrau stirbt im Kindbett. 1734  schreibt die Zweibrücker Rentkammer, zu hochfürstlicher Pfalz, an Vogt Lorch, das er mit nächster zurückgehender Post umgehend Bericht darüber zu erstatten hat, wie hoch die obgenannte Mühle zu veranschlagen ist und wie viel Christoph Weinmüller seinen übrigen Geschwistern nach Abzug seinem Erbteil auszuzahlen hat. Dieses wurde anscheinend geklärt und Christoph Weinmüller musste seine Geschwister mit barem Gelde aus seinem Erbe entschädigen. Der Wert der Mühle wurde dabei auf 1600 Gulden geschätzt. Als ältester Sohn musste er an seine Mutter zeitlebens ein Drittel obiger Summe landläufig verzinsen und an seine übrigen drei Geschwister (eines war inzwischen verstorben) jeglichem für sein Teil 250 fl. ausbezahlen. 1736 nach dem Erbbestandsbrief vom 24. Jan wird Christoph Weihmüller endgültig Erbbeständer der Mühle und der daran gebauten Ölmühle. Als Erbpacht muss er jährlich 9/8 Korngüter jeweils auf Martini ohne Ausflüchte liefern und entrichten. 1744 hatte der Vogt des Amtes Wegelnburg die Aufgabe für seine Herrschaft, einen detaillierten Bericht über den Zustand der Mühle zu verfassen. Wir sind dadurch in der glücklichen Situation, sehr detaillierte Angaben über die Lage, Zustand und Bedeutung beider Mühlen, links und rechts der Wieslauter, sowie über die Ölmühlen, zu haben. In diesem Bericht, der noch im Original vorhanden ist, schildert der Vogt Lorch, wie folgt: Der ausführliche Text ist zu lesen in dem Buch “die Falkenmühle” Mit den Worten der heutigen Zeit geschrieben stellte er fest: In die Wieslauter (damals nur Lauter) münden bei Hinterweidenthal die Salzwoog, die Kaltenbach und die Horbach. Am Ende seines Weges mündet das Gewässer unterhalb von Lauterburg in den Rhein und verliert hier den Namen. Die Falkenmühle liegt unmittelbar an der Wieslauter, gegenüber liegt die Waldenburgermühle, die ebenfalls eine Mahl- und Ölmühle ist. Die Wasserräder der beiden Mühlen werden durch die Wieslauter angetrieben, dazu muss ein Wasserbau von 40 Schuhe unterhalten werden. Die Falkenmühle ist die ältere Mühle und hat bereits bestanden, als das Zweibrücker Herzoghaus das Wegelnburger Land durch Tausch erhalten hat (weiterer Text, siehe Buch).  1756 gab Christoph Weinmüller die Falkenmühle auf, verkauft das Erbrecht an Friedrich Weber aus Schönau, nahm die Stadtmühle zu Zweibrücken zu Lehen und baute die Mühle bei Ixheim auf, allwo er verdorben und gestorben sein soll. Friedrich Weber übernimmt am 9. März die Falkenmühle und zahlte 2300 fl. Mit der Ausstellung eines neuen Erbbestandsbrief ließ sich die Verwaltung anscheinend sehr lange Zeit, Friedrich Weber stirbt 1760, seine beiden Söhne Ludwig und Christoph erben die Mühle. Der Vogt Lorch musste mehrmals intervenieren und gab sogar 1761 aus Schönau, dem neuen Verwaltungssitz des Amtes, die Wegelnburg war zu diesem Zeitpunkt unwiderruflich zerstört, eine Erklärung wie folgt ab: Gnädigster Fürst und Herr, als Wert für die Falkenmühle wäre anzusetzen 1840 fl, als den tüchtigeren der zwei Erbbeständer halte er Christoph Weber. Eurer Herrschaft untertänigster treuer gehorsamer Lorch. 1761  am 04.11 wird der neue Erbbestandsbrief von dem durchlauchigsten Fürsten und Herren, Herr Christian der Vierte, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, Grafen zu Veldenz, Sponheim und Rappoldtstein, Herr zu Hohenecken, ausgestellt. Der Erbbestandsbrief von 1761 für Christoph Weber lautete wie folgt: Von wegen der durchleuchtigsten Fürsten und Herren, Herrn Christian der Vierten, Pfalzgraf bei Rhein, Herzogen in Bayern, Grafen zu Veldentz, Stonheim und Rappoltstein, Herren zu Hohenack .p. – Der ausführliche Text ist zu lesen in dem Buch “die Falkenmühle”
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