Die historische Falkenmühle
Die historische Falkenmühle
Die Chronologie der Besitzverhältnisse und Müller
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Bis 1452 gab es im Amt Wegelnburg, zu dem die Dörfer Rumbach und Nothweiler gehörten, nur diese eine Mühle an der Wieslauter. Pfalzgraf Stefan von Zweibrücken erwarb dann für 700 rheinische Goldgulden                                                                                                   den den Hof Schönau und ließ dort eine weitere Mühle bauen, der Bau einer dritten Mühle erfolgte später in Hirschtal. Die Wegelnburgmühle war jetzt Eigentum des Zweibrücker Herzoghauses und wurde Dritten (sogenannte Erbbeständer) nur zu Lehen gegeben, was aber die Erbbeständer nicht daran hinderte, sie auf eigene Rechnung zu verkaufen und den Erlös einzustecken. Der Vogt und Bergverwalter zu Schönau, Balthasar Gerhard (nachgewiesen als Bergverwalter zu Schönau 1579 – 1600) führt in seinem Schreiben an die Rentenkammer des Herzogtums Zweibrücken vom 17. März 1710 folgendes aus: Untertänigst befolge ich Ihrem Befehl vom 15ten und gebe wie folgt Bericht über das Bundenthaler Mühlenwesen: Die Mühlenplatzgerechtigkeit (dieses bedeutet Wasserrecht auch Mühlenregal genannt) für dieses Mühlenwesen besteht bereits seit undenklichen Jahren, lange vor der Zeit des pfalz-zweibrückischen Besitzes. 1699 haben die Bürger von Rumbach die verfallene Mühle (genannt Falckische Güter) an sich gebracht. Niemand hat noch Wissen über die Mühle, da so lange Zeit verflossen ist. Nun habe ich in alten Vogtei Rechnungen (dieses sind Dokumente und Urkunden) und auch in anderen Briefschaften des Amtes Wegelnburg gefunden, dass vor 100 und mehr Jahren der Mühlen-Wasserbau keinen großen Wert mehr hatte und dass 1579 der auf der gegenüberliegenden Seite der Wieslauter (Mundatseite) wohnende Müller Staupp von Bundenthal, die diesseitige Mühle von der damaligen Zweibrücker Herrschaft in Erbbestand bekommen hat.  Damit ist der erste urkundlich genannte Müller, nach den Unterlagen der Vogtei Wegelnburg von 1579 (Zweibr. Rechnungen Nr. 1881) Jost Staup. Alle vorhergehenden Müller konnten leider bis jetzt namentlich nicht ermittelt werden, die Chronologie beginnt deshalb ab diesem Zeitpunkt. 1579  ist in den Archiven Jost Staup als Müller aufgeführt. Er muss jährlich 9 Achtel Korn (Gültkorn) als Jahrespacht entrichten. Die herzoglich-zweibrückische Herrschaft gibt ihm das nötige Holz und sonstiges zur Instandsetzung der Mühle.  In der Wegelnburger Vogtei Rechnung aus dem Jahre 1579 (Landesarchiv Speyer Bestand BB, Nr. 1881 ff.) Blatt 5 Rückseite ist festgehalten: Einemen geldt an unstendigen Zinsen zu Rumbach. Item, vom Müller zu Bonthenthal von meins gnäd. Fürsten und Herrn Mulen und von ainem Garttenstckh darbey gelegen, 1 Gulden, 3 Schillingppfennige. 1586  nach dem Tode dieses Müllers übernimmt seine Witwe die Mühle. Sie muss die gleiche Menge an Gültkorn (Jahrespacht) entrichten. 1588  folgt Veiox Staup zu Bundenthal, offensichtlich ein Sohn von Jost Staup. Dieser muss 9 Achtel Korn (Gültkorn) entrichten, desgleichen noch in der Rechnung von 1591. 1595  erscheint dann der gewesene Vogt und Bergverwalter zu Schönau (nachgewiesen 1579 – 1600) Adam Jäger und kauft von den notdürftigen Untertanen zu Rumbach nach und nach unterschiedliche Güter und erbaut ein Wohnhaus nechstgemelter Mühle und bringt auch die Mühl uff Erbbestandt an sich (er wurde neuer Erbbeständer und hatte daneben unterschiedliche Güter von den Untertanen zu Rumbach gekauft, ein Wohnhaus nahe der Mühle erbaut und die Mühle als Erblehen an sich gebracht). 1600  oder etwas später verkaufte Adam Jäger das Haus und die Güter, die Mühle jedoch nur als Erblehen an Bernhard Falk von Falkenstein, aus einem Wasgauer Adelsgeschlecht. Bernhard Falk von Falkenstein war bereits 1599 als Vogt zu Cleeburg mit der im Dorfe Cleeburg unterhalb dem Schlosse Katharinenburg (heute spurlos vom Erdboden verschwunden) gelegenen Mühle, von Herzog Johannes I. belehnt worden war. Die Wegelnburgmühle führte von nun an den Namen Falkenmühle. Auch die seinerzeit dazugehörigen Güter (Grundbesitz), welche die Rumbacher Untertanen verkauft hatten, führten jetzt die neuen Namen Falkenberg und Falkenrech. An jährlichen Zahlungen war an die herzogliche Rentkammer nach Zweibrücken zu zahlen: Mühlenpacht neun Achtel Gültkorn 1,10 fl. für 1 Gartenstück 0,18 fl. für 2 Wiesenstück 7 Batzen Bachzins 3 Achtel Korn für die Herrengüter (heute noch Herrenwiese genannt) 1621  ist Junker Bernhard Falk von Falkenstein als Lieferant von einem großen Geschütz, nebst zwei eisernen Stücklein (kleinere Kanonen) auf die Burg Lemberg erwähnt. Er wurde als Gebieter über Bundenthal erwähnt. 1630  wird von Junker Adam von Falkenstein, ein Bachzins von 9/8 Korn bezahlt. 1634  ist die Geburt von seinem Sohn Friedrich Philippus Hypolitus Falk von Falkenstein, nachzulesen im Register zum 1.ev.-ref. Taufbuch der Pfarrei Rumbach/Amt Wegelnburg 1631-1721. Gevatter Taufpaten waren: Junker Cotilia von Bergzabern Vogt (Schan) zu Wegelnburg Rebstein zu Madenburg (Cristoph Rebstein, Vogt auf der Madenburg) Junker Callevels Valentin Schlick, zu Bundenthal Tag der Geburt: 18. März 1634 1644  ist in der Wegelnburger Vogtei Rechnung noch während des dreißigjährigen Krieges (Landesarchiv Speyer Bestand B3/1890 a, Blatt 54 oder 55)) festgehalten: die Bernhardt Falcken Mühl zu Buntenthal, so im Erblehen, liget über hauffen. Die Untertanen waren während des Krieges außer Landes gezogen, verdorben und gestorben. Blatt 56 (Rückseite) Bernhardt falcken gütter bei Bunthenthal sind dies Jahr nit besähet worden. …. 1666  ist in der Wegelnburger Vogtei Rechnung (Y4/150 Fase 29/III/Bündel 29, Blatt 77 festgehalten: Nota Bernhard Falcken Mühl zu Bunttenthal, so im Erblehen, davon hiebe vor 9 Achtel Pacht zur Vogtei Weglnburg gelieffert worden, ist anietzo ganz ruiniert und begehrt niemand von den Erben noch sonsten, sie wiederumb zu bawen. Im gleichen Jahr wird Philippus Hypolitus Falk, der Sohn von Bernhard Falk, der durch glückliche Umstände den 30jährigen Krieg überstanden hat, am 27.8. eine Tochter Louisa Sielonia Falk, geboren. Im Taufregister finden wir folgende Paten: Kurfürst von Heidelberg Der Fürst von Zweibrücken Graf Casimir zu Leiningen Georg Schwarzerd Bürgermeister zu Weißenburg (lutherischer Religion) Bedeutende Persönlichkeiten waren diese Taufpaten, die Falks scheinen demnach ausgezeichnete Verbindungen zu den vorgenannten Häusern gehabt zu haben. Vermutlich hat sich Bernhard Falk von Falkenstein im dreißigjährigen Krieg besonders ausgezeichnet, sein Sohn Philippus Hypolitus war zu diesem Zeitpunkt noch zu jung. Ob Bernhard Falk von Falkenstein allerdings im 30jährigen Krieg den Tod gefunden hat, ist heute nicht mehr zu erfahren. Für die Mühle, die mit Bernhard Falk von Falkenstein einen sehr würdigen Namensgeber erhalten hatte, war der 30jährige Krieg von 1519 bis 1648, der die Brandfackel auch ins Wegelnburgerland trug, sehr tragisch. Sie wurde vermutlich 1630 in Schutt und Asche gelegt. 1680  ist in der Wegelnburger Vogtei Rechnung (Y4/150 Fase 75 Blatt 4, Rückseite) festgehalten: Nota: die Falcken bei Bunttenhal, so bisher 1 fl 3ba 8 Schilling schuldig waren (= Geldzins zu Rumbach) … wegen Kriegsunruhe bisher (wahrscheinlich seit 1673 nichts nachgelebt werden können. Blatt 11 (Rückseite) Bernhart Falcken Erben sollen jährlich 7 ba von der Bach die Lautter genannt (zahlen), so ihnen sambt der Mühlen der Mühlen erblich verliehen und dem dazugehörenden Garten. Blatt 40 (Rückseite) Nota: Bernard Falcken Mühl zu Bunttenthal davon hiebe vor 9 Achtel Pacht zur Vogt di gelieffert worden ist gantz ruiniert.
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